Adventskalender 2018

18. Dezember


Gerade als Toni befürchtete, vor Lachen keine Luft mehr zu bekommen, schlug ein weiterer Schneeball zwischen ihm und seinem Bruder ein. Erschrocken setzten sich die beiden auf.

„Darf ich auch endlich mitmachen?“, fragte Papa und formte bereits das nächste Geschoss.

„Lern erstmal zu zielen“, rief Martin, „sonst hast du gegen uns beide sowieso keine Chance!“

Die beiden Brüder sprangen auf und liefen auf die Lichtung, wo sie sich hinter einem umgestürzten Baumstamm verschanzten. Papa suchte hinter einer Futterkrippe Deckung.

„Du sorgst für die Munition und ich halte Papa in Schach“, sagte Martin und warf einen Schneeball.

Bald war eine wilde Schlacht auf der Lichtung im Gange. Toni war damit beschäftigt, immer neue Schneebälle zu formen, während Martin und Papa sich damit bombardierten.

Auf dem Nachhauseweg legte Martin seinem kleinen Bruder den Arm um die Schultern.

„Das hat mir gefehlt“, sagte er, „dir Schnee in die Jacke zu stopfen!“

Toni grinste: „Und mir hat es gefehlt, dich richtig schön damit einzuseifen.“

„Frieden?“, fragte Martin und streckte ihm die Hand entgegen.

„Unter einer Bedingung“, antwortete Toni, „wenn wir zuhause sind, öffnest du endlich deinen Adventskalender.“

„Meinetwegen“, sagte Martin und die beiden schlugen ein.

 

*****

 

„Das war doch deine Idee mit der Schneeballschlacht“, sagte Toni, als er spätabends mit Mama auf seinem Bett saß.

„Wie kommst du denn darauf?“, fragte sie lächelnd.

„Ich hab die ganze Zeit gewusst, dass du auch im Wald bist. Und welcher Unsichtbare hätte sonst den ersten Schneeball auf Martin werfen sollen? Ich hab gedacht, der reißt mir jeden Moment den Kopf ab!“

Mama lachte: „Aber mein Plan hat funktioniert.“

„Oh ja“, gab Toni zu. „wir hatten so viel Spaß. Sogar Papa.“

„Hoffen wir, dass es so bleibt“, sagte Mama und zog ihn in ihre Arme.

„Martin hat vorhin sogar alle Tüten an seinem Adventskalender aufgemacht, von Nummer fünf bis heute“, erzählte Toni. „Am meisten hat er sich über die Marzipankartoffeln gefreut.“

„Die mochte er schon immer am liebsten“, erwiderte Mama. Auf ihrem Gesicht tanzten die bunten Lichter der Lichterkette.

„Zeit zu schlafen“, sagte sie schließlich und schob Toni unter die Bettdecke.

„Wann bereiten wir die nächste Überraschung vor?“, fragte Toni.

Mama strich ihm eine Haarsträhne aus der Stirn: „Da wirst du dich noch eine Weile gedulden müssen.“

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