Lyrik

Nebel

Umschlossen von deiner Allgegenwart,
wandelnd in einem Labyrinth aus dichtem Weiß.
Keinen Gedanken verschwenden an später.
Mich mitreißen lassen von deiner Gier.

Ich will mich in dir verlieren, vergessen.
Blind und taub für alle Eindrücke von außen.
Nichts sehen, nichts hören, nichts spüren.
Nur deine klamme Umarmung.

Reich mir die kühle Hand, mein Geliebter.
Küss mich mit feuchtkaltem Hauch.
Streichle meine Sinne, benetze meine Haut
mit spinnwebengleicher Gaze.

Selbst undurchdringlich,
durchdringst du mich.
Lässt mich erschauern unter deiner Berührung.
Hältst mich gefangen mit eisiger Macht.

Sollte ich sterben, dann in deinem Arm,
bedacht mit einem Schleier aus luftzartem Sehnen.
Wenn du hinfort ziehst, so nimm mich mit dir.
Vergangen wie ein blasses Schauspiel am Horizont.

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Lyrik

Jambo Zanzibar

Ungeahnte paradiesische Schönheit
Mein Herz fest umklammert von deiner Exotik
Glühendes Wispern streicht sanft über meine Haut
Windgehauchtes Rascheln im Palmenhain

Weißes Sandkorn geküsst von kristallblauem Sehnen
geschieden vom Wechselspiel der Gezeiten
Verlockendes Rauschen kündigt die Nacht an
Ein göttliches Funkeln am schwarzen Firmament

Herzlichkeit und Güte sind dein Schwert und Schild
im Kampf gegen Angst, Verzweiflung und Sorge.
Unaufgesetzte, ehrliche Freude
Ein Reichtum, nicht aufzuwiegen in Gold

Die steinerne Stadt öffnet weit ihre Tore
reißt mich fort in pulsierend-buntem Treiben
Lebensfreude überdauert alles Dunkel
lässt sich nicht versklaven von Macht, Gier, Gewalt

Zum Abschied drückst du mich sacht an dein Herz

Schwer lastet die Sehnsucht auf meiner Seele.
Werde ich jemals zu dir zurückkehren?
Dein warmherziges Lachen ist Antwort genug:
Hakuna Matata – sei unbesorgt!

Lyrik

Kinder des Krieges

Ein Haus in der Sonne
Erbaut mit eigener Hände Kraft
Zuflucht
Heimat
Geborgenheit
Liebe
Dem Erdboden gleich gemacht in einem Augenblick
Kinderlachen verklungen
Heiße Tränen
Schweres Herz
Leere Hände
Schutzlos

Ein Tag mit der Familie
Pulsierende Stadt voller Leben, voller Kraft
Vorfreude
Gemeinschaft
Lebensmut
So viel vor
Die Straßen erzittern unter der Detonation
Granatsplitter in einer kleinen Seele
Blutroter Sand
Tote Augen
Taube Ohren
Machtlos

Für Mohamed und Weam, meine Kinder Syriens.

Lyrik

Reisfelder

Unergründliche Weiten
Ein Gräsermeer
Mir kommt es so vor,
als ob’s unendlich wär

Knöcheltiefes Wasser
Die Sonne sticht
Unser hartes Tagwerk
erkennen sie nicht

Die Welt soll’n wir nähren
Doch zu welchem Lohn?
Menschen verhungern
Der blanke Hohn

Die Reichen drücken die Preise
Alles nichts wert
Das Grauen von Biafra
hat ihnen keiner erklärt

Ein Blick über die Felder
Weißes Gold
Das Sehnen nach Gleichheit
hat der Teufel geholt

Lyrik

Hoffnungslos

Öffne die Tür zu deinem Herzen
lass mich eintreten
Donnergrollen
Rauschende Brandung
Hörst du das Sehnen meiner Worte?

Öffne das Fenster zu deiner Seele
lass mich einen Blick riskieren
Flammendes Inferno
Gleißendes Licht am Horizont
Siehst du das Flackern in meinen Augen?

Öffne das Tor zu deiner Welt
schließ mich nicht aus
Klirrende Kälte
Eisiger Hauch
Spürst du, wie ich langsam sterbe?

Hoffnungslos